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Der Stopp- und Rückruf – Basis – Kurs

Ein begleiteter Selbstlernkurs für zu Hause

Wichtiger Hinweis: Im Land Brandenburg ist die Leinenpflicht außerhalb von Ortschaften über das Waldgesetz geregelt. Mit Stand 2025 sagt es aus, dass Hunde in Waldgebieten ganzjährig an der Leine zu führen sind. Außerhalb des Waldes – sofern keine lokalen Regelungen gegeben sind – gibt es keine Leinenpflicht. Zusätzliche Regelungen zur Brut – und Setzzeit gibt es nicht, doch Rücksichtnahme sollte selbstverständlich sein. Innerhalb von Ortschaften regelt die Gemeinde die Leinenpflicht. Solltest Du aus einem anderen Bundesland kommen oder in ein anderes Bundesland fahren, so erkundige Dich bitte nach den örtlichen gesetzlichen Vorschriften.

Aus meiner beruflichen Sicht wird zu häufig die Verantwortung für den „Ungehorsam“ eines Hundes dem Tier selbst zugeschrieben. Dies führt oft dazu, dass der Hund an der Leine bleiben muss, da er nicht, wie gewünscht, kommt oder sich wenigstens stoppen lässt. Dabei sind es allzu oft die Menschen, die mit Wissenslücken über Körpersprache, Handlungsmotivationen, Bedürfnissen des individuellen Hundes sowie fehlender Selbstreflektion zum Status Quo beitragen.

Wäre es für Dich ein wichtiger Meilenstein, wenn Dein Hund unabhängig von der Entfernung und von Ablenkungen stets zuverlässig abrufbar oder zu stoppen ist? Damit wäre für Deinen Hund mehr Freiheit möglich, somit eine Win–Win–Situation. Für mich persönlich gehört der Freilauf – selbst, wenn er nur an bestimmten Orten oder zu bestimmten Zeiten möglich ist – zu den Grundbedürfnissen eines Hundes.

Mit diesem Basiskurs möchte ich mit Dir und Deinem Hund einen großen Schritt in Richtung Freilauf gehen.

Der Kurs – was er ist

In Diesem Kurs werden wir uns gemeinsam verschiedene Übungen für den Rückruf und das Stoppen auf Distanz erarbeiten. Das ist – wie oben beschrieben – ein Basiskurs. Er beinhaltet den Grundaufbau vom einfachen bis zum Super-Rückruf, vom Stoppen auf Wort und Pfiff – und das alles nur unter kontrollierten Umweltbedingungen.

Egal, um welche Übung es geht – es geht dabei auch um Dich. Es geht um Dein Timing, um Deine Körpersprache, um Deine Motivation, Deinen Hund besser kennen und lesen lernen zu wollen. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Kooperation.

Nach meiner Erfahrung reicht der Kurs für Hunde, die jagdlich eine geringe oder mittlere Motivation mitbringen, schon aus, um den Alltag entspannter und – ja, freundlicher und einander zugewandter werden zu lassen. Hier ist der Freilauf in greifbarer Nähe.

… und was er nicht ist

Situationen mit größerer Ablenkung sind nicht im Trainingsablauf enthalten. Der zuverlässige Rückruf bzw. das zuverlässige Stoppen in Situationen mit größerer Ablenkung ist vom Trainingsumfang und -aufwand her sehr individuell. Für Hunde mit einer jagdlichen Passion ist dieser Kurs als Puzzleteil zu sehen, aber ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Hunde, die sich heranrufen oder stoppen lassen, weil sie in bestimmten Situationen unsicher, ängstlich oder sogar panisch reagieren, können auch von diesem Kurs profitieren. Klar muss aber sein, dass – um einen Freilauf möglich zu machen – die Ursachen von Angst und Unsicherheit bearbeitet werden müssen. Dasselbe gilt auch für Hunde mit Aggressionsproblemen.

Kursaufbau

Dieser Kurs ist ein betreuter Selbstlernkurs für zu Hause.

Das bedeutet, Du bekommst alle Aufgaben – eine Aufgabe nach der anderen – sowohl als detaillierten Trainingsplan in schriftlicher Form, als auch als Video. Deine Aufgabe wird es sein, die jeweils aktuelle Aufgabe Schritt für Schritt mit deinem Hund durchzuarbeiten. Immer, wenn eine Aufgabe aus meiner Sicht erfüllt ist, bekommst Du die nächste Aufgabe.

Es sollte Dir klar sein, dass Trainingspläne eventuell nur für 7 von 10 Teams so umsetzbar sind, wie sie formuliert worden sind. Vielleicht braucht es noch Zwischenschritte, vielleicht braucht es andere Ansätze. Um das bewerten zu können, brauche ich Videoaufnahmen. Und ich brauche Videoaufnahmen, wenn es richtig gut läuft und wenn Du mit einer Aufgabe fertig bist. Du wirst Dich also beim Üben mit deinem Hund filmen lassen. Die Videos sollten dabei nicht länger als 2 Minuten sein.

Auf jedem schriftlichem Trainingsplan ist vermerkt, was ich als Ergebnis der Aufgabe im Ergebnisvideo sehen möchte. Ich möchte von jedem Team für jede Aufgabe mindestens das Ergebnisvideo sehen, auch wenn Du der Meinung bist, dass Dein Hund das schon vorher konnte. Davon abgesehen freue ich mich immer über Videos mit Zwischenschritten.

Die Betreuung von meiner Seite wird darin bestehen, dass wir uns jeden (mindestens 3-mal im Monat) Donnerstag um 20:00 Uhr zu einem online – Meeting treffen. Dort sehen wir uns gemeinsam als Gruppe Eure Videos an und besprechen Trainingsherausforderungen und -erfolge. Ein stabiles Internet ist deswegen wünschenswert.

Dieser Kurs ist ein offener Kurs. Das bedeutet, Du kannst starten, wann Du möchtest. 

Es können zur selben Zeit maximal 8 Mensch – Hund – Teams betreut werden. Das bedeutet, dass eine Anmeldung nicht automatisch den Kursstart nach sich ziehen muss und Ihr unter Umständen auf eine Warteliste gesetzt werdet. Sobald ein Team den Kurs erfolgreich beendet hat, kann ein Team von der Warteliste nachrücken.

Kursinhalte

  • Das Aufmerksamkeits- und Umkehrsignal (Inklusive Capturing von erwünschtem Verhalten)
  • Das einfache Kommen für den Alltag
  • Das Handtarget – Kommen mit Ziel (incl. Konditionierung eines Markerwortes)
  • Die Bungee – Übung
  • Der Super – Rückruf
  • Das Anker– oder Lotsensignal
  • Der doppelte Rückruf
  • Sitzen auf Wortsignal ohne Hilfssignale
  • Sitzen auf Distanz mit der Wurfgeste (alternativ auch Liegen oder Stoppen)
  • Sitzen auf Distanz mit Verleitung
  • Weitergehen

AGB ergänzend für diesen Kurs

Der Grundpreis für 3 Monate Teilnahme am Kurs ist ein Festpreis. Das bedeutet, dass ein Teilnehmer / eine Teilnehmerin nach Abbruch oder vorzeitiger erfolgreicher Absolvierung des Kurses keinen Anspruch auf Erstattung hat.

Die Anmeldung zum Kurs ist erst nach Zahlungseingang des Grundpreises gültig. Sollte eine Verlängerung des Kurses gewünscht werden, so wird für jeden angebrochenen Folgemonat eine Rechnung erstellt.

Die Trainingsvideos und Trainingspläne sind Eigentum der Schlaubetaler Hundeakademie. Es ist untersagt, Unterlagen an Dritte weiterzugeben.

Die Schlaubetaler Hundeakademie behält sich vor, Teilnehmer / Teilnehmerinnen von der Teilnahme am Kurs auszuschließen, wenn
  • Grundregeln des fairen Umgangs mit dem Hund nicht eingehalten werden
  • Aufgaben ausgelassen oder nicht wie im Trainingsplan beschrieben erfüllt werden
  • Rechnungen verspätet oder nicht gezahlt werden

Die Dauer des Kurses ist immer individuell, abhängig vom Trainingsstand des Teams beim Start, vom Trainingsfleiß des Hundehalters / der Hundehalterin und von individuellen Herausforderungen bei Mensch und Hund.

Ein Ausschluss vom Kurs durch die Schlaubetaler Hundeakademie oder ein Abbruch des Kurses durch den Teilnehmer / die Teilnehmerin schließen eine Rückerstattung der Kursgebühren aus.

FAQ’ s zum Training

  • Hunde sind individuell– auch genetisch bedingt – unterschiedlich talentiert in Bezug auf den Umgang mit Umwelteinflüssen jeglicher Art und haben unterschiedliche Ansichten darüber, was ein normaler Bewegungsradius ist;
  • Vergleiche Dich und Deinen Hund nicht mit anderen Teams, denn das wäre nicht fair Dir und Deinem Hund gegenüber;
  • Einen abgeleinten Hund, der ein Rückruf- oder Stopp – Signal überhört, kann man dafür nicht bestrafen, weil immer Kontext und Timing fehlerhaft sein werden;
  • Es ist ein Irrglaube, dass sich Hunde über Korrekturen und Einschränkungen besser kontrollieren lassen;
  • Training ist auch immer Beziehungsarbeit, eine gute Beziehung sollte nicht auf Angst beruhen;
  • Die Erfüllung von Grundbedürfnissen wie sich bewegen dürfen, Buddeln, Rennen, Erkunden, Neugierde befriedigen ohne ständig begrenzt und korrigiert zu werden ist ein wichtiger Schritt in Richtung sichere Bindung und gesunder Beziehung zwischen Mensch und Hund;
  • Ein gutes Training bedeutet vor allem zuerst, selbst entspannt zu sein;
  • Jemand, der ohne oder mit schlechtem Training einen gut kontrollierbaren Hund hat, ist von seinem Hund reich beschenkt worden, ohne es zu merken;
  • Eine falsche Erwartungshaltung zieht immer Frust und Enttäuschung nach sich – und das macht schlechte Stimmung.

Häufig gestellte Fragen

Warum gibt es im Kurs so viele verschiedene Übungen für den Rückruf?

Das Thema Rückruf ist – in Bezug auf die Genetik und die Verschiedenheit von Hundetypen gesehen – alles andere als mit „ich rufe und er soll kommen“ zu sehen. Mit anderen Worten: Das Thema ist komplex. In Bezug auf den Rückruf unterscheiden sich Hunde vor allem darin, welche konditionierten oder genetisch bedingten Reaktionen Umweltereignisse hervorrufen und welche Bedürfnisse damit befriedigt werden sollen. Hunde sind nicht nur Hunde, sie sind ursprünglich für Aufgaben an der Seite des Menschen speziell gezüchtet worden. Diese genetischen Komponenten kann man nicht einfach „wegstrafen“. Vermehrt kommen auch Hunde zu uns, die zwar diese Genetik in sich haben, bei denen aber Kooperationsbereitschaft mit dem Menschen weniger stark vorhanden ist. Solche Hunde fordern von uns Menschen viel Kompromissbereitschaft und Geduld.

Die verschiedenen Rückruf-Übungen haben alle als Ziel, dass der Hund zum Menschen kommen soll oder wenigstens seine Laufrichtung dem Menschen anpassen soll oder zu einem bestimmten Punkt kommen soll … und da haben wir schon eine mögliche Antwort auf die Frage: es kann verschiedene Ziele beim Rückruf geben, und somit gibt es vielleicht verschiedene Signale.

Ein weiterer Grund ist, dass die Hunde auf die verschiedenen Übungen unterschiedlich ansprechen. Sie sind unterschiedlich aufgebaut und die Konsequenzen (also die Belohnungen) unterscheiden sich voneinander. Erst am Ende vom Kurs erkennst Du, dass Dein Hund auf die verschiedenen Übungen unterschiedlich schnell oder motiviert zurück kommt.

Reicht es nicht aus, Aufmerksamkeit zu trainieren?

Natürlich ist es essenziell, dass Dein Hund einen gewissen Teil seiner Aufmerksamkeit Dir zukommen lässt, und das wird auch in diesem Kurs trainiert. Doch je nach Hund ist die Fähigkeit und das Talent, die Aufmerksamkeit auf Dauer zu fokussieren, unterschiedlich stark ausgeprägt. Und so wird dieser menschliche Wunsch oft enttäuscht. Doch ist der absolute Fokus auf den Menschen auch nicht gesund. Viel wichtiger ist nach meiner Erfahrung, dass es uns bewusst sein muss, dass Hunde ihre Bedürfnisse stillen müssen, dass sie Dinge tun dürfen, die Hunde nun mal tun. Damit verdienen wir uns Kooperationsbereitschaft und Vertrauen.

Es gibt tatsächlich Hundetypen, die bringen viel Kooperationsbereitschaft und damit viel Aufmerksamkeit als Geschenk mit. Sie gehen mit Umweltreizen oft sehr entspannt um. Doch selbst bei solchen „einfachen“ Hunden kann es irgendwann zu einer Situation oder Begegnung kommen, wo der Hund außer Kontrolle ist. Dem Hund dann die Schuld zu geben, wäre dann nicht fair.

Warum soll ich meinen Hund stoppen können? Reicht es nicht, wenn er kommt?

Seinen Hund zuverlässig stoppen (sitzen oder liegen) zu können, ist einfach unheimlich praktisch. Es gibt sehr viele Situationen, in denen ein zu Dir kommender Hund in Gefahr geraten könnte (ein Fahrzeug auf einem Feldweg zwischen Dir und deinem Hund), oder der Rückruf nicht so zuverlässig funktionieren könnte wie ein Stoppsignal. Du kannst Deinen Hund aus dem Sitzen dann später zu Dir rufen, ihn warten lassen und Du gehst zu ihm hin oder Du lässt ihn einfach weitergehen.

Den Hund zurück kommen zu lassen kann – je nach Hundetyp – viel schwieriger sein, weil er sich vielleicht schnell bewegen soll (möglicherweise schwierig für Molosser oder Herdenschützer). Oder manche Hunde wollen den Blickkontakt zur Ablenkung nicht unterbrechen, können aber durchaus lernen, zuverlässig zu stoppen und zu warten – dort, wo sie gerade sind. Außerdem ist es eine wunderbare Angeberübung, wenn z.B. Am Feldweg Radfahrer vorbeikommen und ich meinen Hund auf Distanz sicher ins Sitzen bringen kann. 😊

Was ist ein Markersignal und wozu wird es benötigt?
Ein Markersignal ist ein sogenannter konditionierter Verstärker (= eine angenehme Konsequenz, die nach einem Verhalten folgt und die dazu führt, dass der Hund das Verhalten öfter zeigen wird). Ein Markersignal ist also verknüpft mit einer Belohnung. Damit kauft man sich beim Training Zeit und Raum. Um einem Hund zu sagen, dass ein ganz bestimmtes Verhalten in einer Situation zu einer angenehmen Konsequenz führt, hast Du (oder auch die Umwelt) nur 1 sec. Zeit. Wenn Du also Deinen Hund belohnen willst, musst Du theoretisch das Leckerchen schon in der Hand haben und in der Nähe deines Hundes sein. Ganz abgesehen davon, dass Futter in der Hand schnell dazu führen kann, dass Hunde ständig an der Hand kleben (und ich das gar nicht mag), ist das gerade bei der Distanzarbeit schwierig. Deswegen ist die Nutzung eines Markers wirklich sinnvoll.
Warum soll ich meinen Hund nicht korrigieren, wenn er einen Fehler macht?

Gegenfrage:
Bist Du Dir ganz sicher, dass Dein Hund den Fehler gemacht hat und nicht Du durch unklare Signale diesen hervorgerufen hast? Bist Du Dir sicher, dass das, was Du von Deinem Hund erwartest, wirklich vorher ordentlich trainiert worden ist?

Meine Erfahrung ist nämlich: Signale und Verhalten sind meistens nicht gut trainiert, und Ablenkung, die dazu kommt, wurde im Training vorher nicht mit einbezogen. Das ist schlechtes Training.
Also warum sollte ich meinen Hund „korrigieren“? Und was bedeutet „Korrektur“ dann im Klartext?
Ich bin immer für klare Kommunikation, ich sage meinem Hund auch, wenn er sich geirrt hat. Dabei werde ich nie übergri ig, laut oder bedrohlich für meinen Hund. Hunde sind so wunderbare soziale Wesen, sie haben einen empathischen und wertschätzenden Umgang verdient.

Preise:   

Die ersten 3 Monate                                         180,00 €

Jeder angefangene Folgemonat                     30,00 €